Fortbildungsreihe zum Thema Demenz


Alle Fortbildungen finden Freitags statt.
Anfang: 13:00 Uhr
Ende: 17:00 Uhr

Auch die Schulungen aus 2016 stehen weiterhin zur Verfügung, kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.

Veranstaltungsort: Link zu Google Maps

TAGEN WO ANDERE URLAUB MACHEN
Technologiepark Warnemünde GmbH
Friedrich-Barnewitz-Str. 5
18119 Warnemünde

Hinweis:
Alle Schulungen können auch als Inhouseschulungen gebucht werden.
Bitte wenden Sie sich an uns.


Themen:

PKS 1 07.04.2017 Kontakt und Berührung, ein Grundbedürfnis von Menschen mit Demenz
PKS 2
09.06.2017 Wahrnehmungsebenen von Menschen mit Demenz
PKS 3
07.07.2017 Emotionen wecken, ein Weg zur Erinnerung für Menschen mit Demenz
PKS 4
15.09. + 16.09.2017 2 Tage Pflichtfortbildung nach § 53c SGB XI (§ 87b SGB XI a.F.)
PKS 5
13.10.2017 Die Körpersprache der Demenz — in Kontakt sein ohne Worte
PKS 6
24.11.2017 Die fünf existenziellen Grundbedürfnisse von Menschen mit Demenz — würdevoll handeln zum Wohlbefinden
Thema: Kontakt und Berührung, ein Grundbedürfnis von Menschen mit Demenz

In jeder Phase des Lebens sind Menschen auf Berührung angewiesen. Hautkontakt ist ein elementares Bedürfnis und wir müssen es immer wieder befriedigen. Ohne Berührung können wir nicht leben. Berührungen kommen zwar von außen, wirken aber vor allem nach innen. Sie erfassen den ganzen Körper, aber besonders gehen sie zu Herzen. Diese Sinneswahrnehmung ist elementar, und sie kommt deshalb gänzlich ohne Worte aus. Manchmal sind Berührungen auch der Schlüssel zu einem Verständnis, dass sich zuvor mit Worten nicht einstellen wollte.

Menschen mit Demenz sind auf Berührung angewiesen, denn Gefühle werden nicht dement.

In diesem Seminar erfahren die Teilnehmenden, wie Berührungen im Kontakt mit demenzerkrankten Menschen als Brücke zum Verstehen genutzt werden können und warum es eine Krux ist, dass dieses Wissen nicht schon längst als Kommunikationsform professionellen Eingang in die Begleitung demenzerkrankter Menschen gefunden hat. Neuste Erkenntnisse aus der Neurobiologie werden auf den Umgang mit Demenzerkrankten übertragen und somit die Handlungskompetenz der Pflegenden erweitert.


Thema: Wahrnehmungsebenen von Menschen mit Demenz

Die Frage ist: Wie genau erleben Menschen, die an der Demenz erkranken in zunehmenden Maße ihr Umfeld - sich selbst, andere Menschen und die Reaktionen, die sie auf ein „Anderswerden“ tagtäglich erfahren?
Das Problem für Menschen mit Demenz ist, sie verlieren ihre gewohnte Art alltägliche Probleme zu lösen, selbst die, die früher gar kein Problem darstellten. Der Verlauf der Krankheit ist „schleichend“, manchmal „sprunghaft“, der nächste Tag ist wie eine „neue Welt“, alles anders.

In diesem Seminar erleben Sie, wie es sich anfühlen könnte, in die Welt der Demenz einzutauchen… aus den Augen der Menschen mit dieser Erkrankung zu schauen. Danach wägen Sie für sich persönlich ab, ob sie diese Erfahrungen bis an Ihr Lebensende erfahren könnten. Daraus ergibt sich dann Ihre innere Haltung, welche Auswirkung auf Ihr Handlungsverhalten haben wird. In Selbsterfahrungsprozessen, die einfühlend durch die Dozentin begleitet werden, tauchen Sie (nur kurz) in die „Anderswelt“ der Erlebenswelt von Menschen mit Demenz ein.

Thema: Emotionen wecken, ein Weg zur Erinnerung für Menschen mit Demenz

Verstehen geht über den Verstand, Verständnis über das Gefühl.

Demenz betrifft alle Facetten des Lebens, dieses wird durch die Krankheit umgestaltet und benötigt neue Zugänge zum Verständnis.

Wenn Menschen mit Demenz zur Mitteilung an ihr Umfeld nicht mehr die richtigen Worte finden, kann das für beide Seiten starke emotionale Gefühle hervorrufen.
Das „Verstandeswissen“ ist nicht mehr abrufbar und Angehörige, Pflege- und Begleitpersonen haben nun die Möglichkeit, Erinnerungen über Emotionen hervorzurufen, die ein Wohlgefühl ermöglichen, innere Spannungen abbauen und den Selbstausdruck von demenzerkrankten Menschen fördern.
Emotionen werden durch sinnliche Anregungen ausgelöst, wie berühren, sehen, hören, schmecken und riechen. In dieser Fortbildung erkunden wir die „Sinneswelt“ und wie Emotionen Erinnerungen wecken können.

Thema: Basiswissen Demenz (Krankheit/ Verlauf/ Ursachen/ Diagnosen)

Tag 1: Zeit: 10:00 - 17:15 Uhr!

Demenz, was ist das?
Hier könnte man ganz einfach die Definition bemühen:

De = weg – mens = vom Verstand.

Und hier genau beginnt das Dilemma.
Wir können vieles nachlesen und uns Wissen aneignen; allein dieses Wissen verschafft uns keine Kenntnis über diese Erkrankung. Erst in der Reflexion mit unseren Erfahrungen, Erlebnissen, Ängsten und Auseinandersetzungen im täglichen Pflegealltag könnte verständlicher werden, was es bedeutet mit Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, das Umfeld zu teilen.

Diese Fortbildung bietet Raum, sich über das Basiswissen der Demenzerkrankung in einen reflektiven Austausch mit allen Teilnehmenden zu begeben, um das Grundlagenwissen zu überprüfen, neue Ideen und Anregungen in den Pflegealltag zu transportieren und um Handlungssicherheit zu stärken.

Thema: Umgang mit herausforderndem Verhalten von Menschen mit Demenz

Tag 2: Zeit: 9:00 - 16:15 Uhr!

Menschen mit Demenz reagieren wie sie sich gerade fühlen. Eine Selbstreflektion über ihr eigenes Verhalten ist kaum oder nur wenig vorhanden. Das heißt, wenn es „schwierig und herausfordernd wird“, liegt es eher an uns, den Begleitenden. Um „herausfordernde“ Situationen zu meistern, ist es wichtig zu erfahren, was genau uns so „herausfordert“, was löst es in uns aus und wie können wir unsere aufsteigenden Gefühle wie Wut, Aggression, Angst, Ignoranz u.a. akzeptieren, um Lösungsstrategien zu entwickeln, die im Pflegealltag allen Beteiligten zugutekommen.

In diesem Seminar erkunden die Teilnehmenden, was „schwierige“ Situationen im Umgang mit Demenzerkrankten sind und wie man diesen begegnet, um im Pflegealltag mehr „Wohlfühlsituationen“ herzustellen.

Thema: Die Körpersprache der Demenz— in Kontakt sein ohne Worte

Wo Worte alleine nicht mehr zum Verstehen beitragen, brauchen pflegende Begleiter ein Handwerkszeug, das sie befähigt, Kontakt auch ohne Worte herzustellen. Menschen mit Demenz streben wie wir alle danach, in Kontakt zu sein, Nähe herzustellen, Bestätigung zu bekommen und zu fühlen, dass sie RICHTIG sind. Dafür nutzen sie ein großes „Kontakt-Potpourri“ als Strategie. Allein es liegt an uns, die Wahrnehmung zu schulen, Zeichen, Töne, Gesten, Körperhaltungen zu erkennen und zu nutzen, um Wohlgefühl für alle Interaktionspartner zu erzeugen.

Dieses Seminar lädt Sie ein, im Austausch und Interaktion mit den Teilnehmenden, alle „Kontaktdrähte“ zu erkennen, ihre Wirksamkeit zu fühlen, auszuprobieren und im Pflegealltag bereichert, mit Demenzerkrankten (nicht nur) in Kontakt zu sein.

Thema: Die fünf existenziellen Grundbedürfnisse von Menschen mit Demenz — würdevoll handeln zum Wohlbefinden

Was macht uns zu einem Menschen, was zu einer Person?
Was bedeutet es, einen anderen Menschen als gleichwertig anzuerkennen, ihn als Mensch und PERSON zu sehen und auch seine Haltung danach auszurichten?
Wir alle sind auf die Spiegelung mit anderen Menschen angewiesen um als Person zu entstehen. Durch unseren Verstand können wir diese Person auch weitgehend aufrechterhalten.

Menschen mit einer Demenz schaffen es nicht ihr Personsein aufrecht zu erhalten. Sie brauchen ein anerkennendes Umfeld, die das Personsein stärkt, fördert und wenn nötig, wiederherstellt.

Schon in dem Wort „der DEMENTE“ zeigt unsere Sprache unsere Haltung diesen Menschen gegenüber. Wir reduzieren die Person auf eine Eigenschaft, ein Verhalten und das macht uns blind für die Vielfalt von Fähigkeiten und Möglichkeiten der Interaktionen mit ihnen und uns selbst!

Dieses Seminar lädt Sie ein, im Austausch und Interaktion mit den Teilnehmenden, unsere Haltung gegenüber Menschen mit Demenz und auch unsere Interaktionen mit ihnen, die daraus resultieren herauszufinden. Sie erfahren, wie Sie durch das Erkennen Ihrer Handlungen auf das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz UND auch Ihr eigenes Wohlbefinden Einfluss nehmen können.